Gesprächskreis (blog)
hierarchiefrei dabei sein
Seit einigen Jahren führen wir sehr bereichernde Gesprächs- und Heilkreise in unserem Tipi im Waldcamping Thalheim durch. Das ist etwas anders als Dialoge, die oft zu Monologen oder verbissene Kämpfe um Deutungshoheit ausarten.
Solche Kreise kennen keine Hierarchie, erfordern Zuhören, ebenso wie den Mut vor nur Zuhörenden zu sprechen.
Ein Moderator sorgt dafür, dass diese Form nicht verletzt wird, bringt Gedanken in den Kreis ein, was auch jedem Teilnehmer offen steht.
Dieser Gesprächskreis (blog) bietet an, auf ähnliche Weise zu wirken. Dazu lade ich Sie von Herzen ein.
Wenn Sie sich, bei allen individuellen Träumen und Vorstellungen, damit identifizieren können und diese auch mit einbringen oder nur dabei sein möchten, dann beginnen Sie vielleicht auch bei sich einen lokalen Kreis (Gruppe) zu knüpfen. Aus vielen solchen, sich berührenden, zusammenfügenden und verstärkenden Kreisen, von familiären über freundschaftlichen und nachbarschaftlichen bis landesweiten und kontinentalen, kann sich die angestrebte, eingreifmächtige soziale Massenbewegung bilden.
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Über die Verteufelung von Feen, Elfen und Zwergen
geschrieben am 29.09.2026 von Hendrik Heidler, Scheibenberg
Geblendete Kinderaugen können heilen
Über die Verteufelung von Feen, Elfen und Zwergen
Es war einmal vor ungefähr 60 Jahren als die Welt um mich herum nicht nur äußerlich voll brodelndem Leben war, mit Blumen, Käfer, Hummeln, Fliegen, Kirschen, Blüten war, sondern hinzu kamen all die zauberhaften Wesen: die Blumenfeen, die reitenden Zwerge auf fetten Hummeln, die in Blüten lümmelnden Pflanzengeister. Meine Augen waren damals noch offen für das Wesentliche, für die Wesen dieser überschäumenden Lebenswelt. Aber gleichermaßen sahen sie auch unangenehme Wesenskräfte bedrohlich wirkender Erwachsener. Aber das war gar nicht so häufig, viel viel mehr war die Welt um mich herum ein Feuerwerk an wohlmeinenden, heiteren, auch neckischen Wesenheiten, in deren Reich ich nicht erst eintauchen musste, sondern in dem ich ganz selbstverständlich war. Freilich zog es mich an Orte, in denen dieser alltägliche Reichtum noch um ein vielfaches übertroffen wurde, wie in unserer Wiese am Haus, in die ich wirklich offenen Auges eintauchte und hier mit ganzem Herzen das Eigentliche sehen konnte. Die Grashalme putzenden Fliegen ebenso, wie die an Gräsern und Blüten hangelnden und turnenden und Burzelbäume schlagenden Pflanzenelfen. Oder oben am Berg, dort wo herunter gestürzte Orgelpfeifen (Basaltsäulen) ein für mich damals unüberschaubares Wackenmeer mit unzähligen Höhlen bildeten, aus denen überall fröhliche Zwerge blickten, mir zuzwinkerten und ihre Zipfelmützchen wackeln ließen. Einmal sogar, viele Jahre später als meine Augen von Schule und Kirche und Funktionieren bereits sehr geblendet waren, prozessierte dennoch ein ganzer Hochzeitszug unseres Scheibenberger Zwergenkönigs mit seiner Frau an mir vorüber, vornweg mit kleinen Zwergenkindern auf Eselchen und hinterdrein ein riesiges Gefolge von Zwergen und anderen „unsichtbaren“ Bewohnern unseres Berges.
Ja, mit sieben Jahren kam die Schule, den Kindergarten konnte ich nach einigen Tagen durch Flucht vermeiden, und die Christenlehre und die Angstmacherei vor dem kirchlichen Teufel. Plötzlich wurden meine Augen verdreht durch mein angeblich durch Adam und Eva an mich weitergegebenen Erbsünde und das, was ich sah, waren keine niedlichen Feen und neckende Zwerge, sondern teuflisches Blendwerk, vor dem ich mich zu hüten hatte. Was musste ich nicht alles erfahren, wie auf der Lindenstraße hier in Scheibenberg aus dem und dem Haus funkensprühend der Teufel ein und aus fahren würde. Das Haus steht heute noch aber ich verzichte hier darauf, die Nummer zu nennen. Oder wie der Teufel einer Großtante in einen Tisch fuhr, und hinter ihr her rannte, um sie zu holen. Oder wie ich nach allerlei solchen Berichten in Oberscheibe um meiner lieben Seele rannte, weil der Teufel angeblich hinter mir her war, wie mir versichert wurde.
Und so ging es weiter, wo überall der Gehörnte lauerte, Christenlehre und Gottesdienst berichteten andauern davon.
Auf diese Weise wurden aus mir wohlmeinenden Wesenskräfte in meinen Augen nach und nach Dämonen, bis ich durchaus allein zu Hause schüttelfrostig fiebernd vor Angst den Teufel am Fenster erblickte und meine Eltern als sie heim kamen, eine von Angst aufgelöstes Kind vorfanden. Die einstigen Engelswesen waren in meinen Augen zu Dämonen gemacht worden.
Und was machte die barmherzige Kirche mit mir, Christen, die angeblich von Gott auserwählt weder Teufel noch Dämonen zu fürchten brauchten? Sie vollzogen eine Teufelsaustreibung*) an mir, weil ich während einer Jugendgebetswoche mit 14 Jahren dem Prediger schamvoll berichtete, dass ich sündhafte Gedanken über schöne Frauen hegte. Dieser Prediger verteufelte übrigens auch die Homöopathie und überhaupt alles, was in pubertierenden Jungendlichen von Natur aus eigentlich Schönes erwachte. Für ihn war das göttlich Schöne des Lebens alles schmutzig, sündhaft und teuflisch.
So kniete ich dann als 14-jähriger in der hiesigen Sakristei, drei Prediger bzw. Pfarrer hinter mir, in flackerndem Lichtschein und vor einem großen eisernen Kruzifix, voran der Gekreuzigte hing und dessen Füße auf Totenschädel ruhten. Ja, sie beteten irgendwelche Gebete und behaupteten, ich sei dem Bösen verfallen und deshalb müssen Teufel und Dämonen ausgetrieben werden.
Nun war ich geblendet und voller Angst wenn ich trotzdem Feen und Elfen und Zwerge in Blumenwiesen erblickte, weil das ja nun Teufel seien … und erst recht meine 14-jährigen Träumereien von schönen Frauen … alles böse, sündhaft und vom Teufel eingegeben …
Mit 19 trat ich aus der Kirche aus, aber meine Augen blieben (meistens) geblendet, weil ich meine Heilung im Materialismus suchte. Aber die Ahnung, die Sehnsucht nach meiner einstigen lebendigen, magischen Welt in der ich lebte, die blieb. Phantasievolle Bücher schenkten mir etwas von dem, was ich verloren hatte, doch meine eingebrannte Sichtweise tat es halt als reine Phantasie ab, wenn auch nicht absolut. Hier und da schlüpften meine einstigen körperlosen Begleiter in den Augenwinkeln in meine Seele … wobei es viele Jahrzehnte blieb bis, ja bis ich eines 1. Weihnachtsfeiertages vor Verlorenheit und Schmerz durch mein Sofa in die Tiefe viel, tiefer und tiefer und … bei Frau Holle ankam und ich Tags darauf mich bei einem Schamanen ankündigte … Schamanismus, den ich bis dahin spöttisch belächelnd abgetan hatte.
Seither, nunmehr über 20 Jahre, öffne ich meine Augen viel bewusster wieder von all dem Blendwerk kirchlicher, abergläubischer und staatlich-herrschaftlicher Täuschung und erlaube es mir, selbst wenn ich durch meinen Heimatort laufe, in Blumenkästen Elfen huschen zu sehen, die großen Linden voller süßer Feen sich Bälle zu werfen und am Berg hinter den Basaltwacken endlich Zwerge lugen zu sehen.
Warum nicht? Selbst wenn mir wieder gesagt würde, ich spinne herum oder es seien böse Dämonen, wäre es mir gleich … und selbst dann, wenn ich mir alles nur einbilden würde, was ich nicht tue, wäre doch die Welt da draußen und in mir drin eine viel schönere und farbenfrohere als der Irrglauben, wir Menschen und alles Leben sei nur zufällig aus totem „Dreck“ hervorgegangen und sonst nichts. Nein, selbst wenn es Zwerge, und Elfen und Feen und Engel und und und nicht gäbe, dann müssten wir sie erträumen, um diese Welt nicht nur lebenswert zu machen sondern auch von all dem Elend, den Kriegen und Unterdrückungen zu befreien, denn, und dessen bin ich gewiss, die heutige Gesellschaft leidet nicht an fehlendem Reichtum dieser Erde, sondern an geblendeten Augen um den irdischen und unsichtbaren magischen Reichtum zu sehen und anzunehmen. Also werden Augen immer und immer wieder geblendet … klar, welcher heuchlerischer Politiker, Prediger, Priester und sonstiger verführerische Machthaber wünscht sich schon, mit solchen sehenden ungeblendeten Kinderaugen unverstellt gesehen zu werden, wie ich sie damals hatte – und Göttlichkeit sei dank, wieder zunehmend habe.
Und für meine wieder sehenden Augen nehme ich gern in Kauf, von Geblendeten belächelt zu werden …
Seher und Zauberstabhersteller Hendrik Heidler, am zwergenreichen Scheibenberg, 29.09.2026
*) Es ist vielleicht sogar zutreffender was diese drei Kirchenfunktionäre da mit mir machten als ich zuerst statt „Teufelsaustreibung“ tatsächlich unbewusst „Teufelsanbetung“ geschrieben hatte.