Worterklärungen

Hier führe ich nur Kurzbeschreibungen auf

  • abstrakt

    = tot,  nicht sinnlich, gedacht

    Vom Gegenständlichen, Einzelnen absehend, losgelöst und daher unanschaulich, begrifflich’ (Gegensatz konkret), ... von lat. abstrahere ‘wegziehen, fortschleppen. Aus ‘nicht sinnlich’ entwickelt sich ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’. (Definition lt. DWDS)

     
  • abstrakte Arbeit

    = sinnleere Tätigkeit (Form ohne Inhalt)

    Menschliche Tätigkeit zum Zwecke des Verbrauchs von 'Hirn, Nerv und Muskeln', um daraus toten (abstrakten) Wert (Substanz des Geldes) zu schaffen. Dabei kommt es nicht auf den Inhalt der Tätigkeit an sondern nur, dass zeitmessbare Beschäftigung erfolgt. Die dabei produzierten Waren sind Träger dieses unsichtbaren Wertes (lt. Marx: theologische Mucken der Waren), der mit dem Verkauf der Waren wieder in Geldform greifbar wird. Dieses Geld muss reinvestiert werden, um über erneuter Arbeitsbeschäftigung mehr Wert (Mehrwert) zu generieren und anschließend über Warenverkauf erneut zu realisieren. Das so genannte Wachstumsprinzip. Geld wird auf sich selbst zurückgekoppelt und vermehrt, indem über die abstrakte Arbeit der Mensch bloß als Antriebsquelle (Energieträger) dient.

     
  • Fetisch = Zaubermittel

    = Fetischismus (lateinisch facticius: nachgemacht, künstlich; französisch fétiche: Zauber[mittel]) bezeichnet im religiösen Sinn den Glauben an übernatürliche persönliche Geister oder unpersönliche Mächte, die in bestimmten Gegenständen wohnen, und deren Verehrung als heilige Objekte. Die Kraft eines Fetischs kann durch Geschenke oder Opfer aktiviert und gesteigert werden. In diesem Sinne müssen Fetische wie Menschen behandelt werden, um ihre Kraft zu entfalten. Prinzipiell kann jeder Gegenstand zum Fetisch werden. Definition lt. Wikipedia)

    In Bezug zum Geld-Fetisch tritt diese menschliche Schöpfung im Kapitalismus dem Menschen als unpersönliche Macht gegenüber, die jedoch über den bloßen Glauben reale Wirksamkeit entfaltet. Auch wer nicht an Geld glaubt, ist von dessen Besitz als gottähnliche Existenzsicherungsmacht auf Gedeih und Verderb abhängig.

    Die Kraft des Geldfetischs kann nicht nur sondern muss durch Geschenke oder Opfer aktiviert werden, z. B. durch Lohnarbeit, bei der die über die Zeit verzehrte Lebenskraft in den Wert des Geldes verwandelt wird.

    Über den religiösen Sinnzusammenhang des Fetischismus wird in der kapitalistischen Gesellschaftsform (Fetischform) nahezu alles zum Fetisch, also auch Ideen, Prozesse, Institutionen usw. Als Beispiele können Ideologien genannt werden aber auch Konstrukte wie Nation, Bürgerliches Recht, Inzidenzwerte (Zahlen), Konsum, Markt, Medizin usw. aber auch biologische Wesenheiten, wie beispielsweise Viren (denen gottähnliche Macht zugesprochen wird).

     
  • Fetischform

    = Wesentlicher gesellschaftlicher Formzusammenhang einer ganzen Epoche. Entgegen bisheriger Definitionen, z. B. anhand von Klassen oder Eigentumsformen offenbart diese Wesensbeschreibung die Unbewusstheit der Menschheit gegenüber ihren gesellschaftlichen Beziehungen. 

    Aus dieser Sichtweise heraus wird geschichtlich eine Zunahme der Fetischauslieferung erkennbar also ein tatsächlicher Rückschritt entgegen der allgemein anerkannten Sichtweise des Fortschritts. Hatten vor Jahrtausenden die Menschen noch ein Wissen über die Anbetung von Fetischen, so ist dies in der kapitalistischen Fetischform (Neuzeit, Moderne) verloren gegangen. Im Gegenteil wird die Fetischanbetung unbewusst durch Gebrauch z. B. des Geldes automatisch versachlicht vollzogen. Wobei der allgemeine Glaube eine Herrschaft über Geld, Natur und Gesellschaft suggeriert. Worin die nahezu völlige Auslieferung an die Fetische der Fetischform klar zum Ausdruck kommt.

    Der Geistergläubige war unendlich realistischer in seiner Weltwahrnehmung als wir heutige, angeblich aufgeklärte Menschen es sind.

    Folgende Fetischformen sind geschichtlich allgemein bekannt: Urzeit, Sklavenhalterordnung, Feudalordnung, Kapitalherrschaft, wobei über Geisterformen zu Personalformen nun zu einer Sachform übergegangen wurde.

    Schließlich sind Fetischformen nicht unendlich steigerbar, weshalb die gegenwärtige Kapitalfetischform das unüberwindliche Ende aller Fetischformen darstellt. Mehr als völlige Verabsolutierung der Fetischauslieferung mit Haut und Haaren ist eben nicht möglich. Jeder Versuch einer weiteren Steigerung geht mit biologischer Vernichtung einher.

     
  • Geld

    = Greifbarer, sinnlicher Ausdruck (Fetisch) der gegenwärtigen Fetischform (gleichgültig ob als Metall, Papier oder elektronisch-digitale Energieeinheiten (Zahlen, Bitcoin).

    Geld in dieser heutigen Form kommt gottähnliche Macht zu und kann daher als mächtigster Realfetisch aller Zeiten beschrieben werden. Somit ist es nicht nur Tauschmittel oder nicht nur die Königsware sondern DER Götze schlecht hin, um den alle Menschheit blindwütig tanzt und dem sie real ausgeliefert ist (was sie selbst so geschaffen hat).

    Geld war aber nicht immer Geld so wie jetzt, sondern hat erst in der kapitalistischen Fetischform dieses, heute habende Wesen angenommen. Weshalb es in jeder Fetischform eine andere Wesenskraft besaß/besitzt und somit weder schon immer existierte noch immer existieren wird. es ist ein geschichtlich hervorgebrachtes Menschenwerk und kann somit auch von Menschen wieder abgeschafft werden.

     
  • Wert

    = Wert ist die Substanz des Geldes, welcher aus verbrauchter Lebenszeit mittels abstrakter Arbeistleistung geschaffen wird.

    Marx nannte das tote Arbeit, was die Sache sehr treffend beschreibt, weil verbrauchte Lebenszeit mit sinnfreier Abtötung von Lebenskraft gleichgesetzt werden kann. Arbeitsbeschäftigung entspricht demnach einen Suizid auf Raten.

    Kann infolge der Freisetzung menschlicher Arbeitskraft aus Leben kein toter Wert mehr realisiert werden, verfällt nicht nur der Wert des Geldes sondern die auf Wert basierende Fetischform des Kapitalismus.